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Die Insel Sao Miguel, wie man sie in ihrer heutigen Form vorfindet, ist „erst“ 50.000 Jahre alt. Vor ca. drei oder vier Millionen Jahren ist der erste, östliche Teil Sao Miguels entstanden, der sich über die Jahrhunderte in ein eindrucksvolles Bergland verwandelt hat. Hier ist auch der höchste Berg (ca. 1.100 Meter), der Pico da Vara, zu finden. Schwefeldämpfe und leises Brodeln des Erdinneren, vermengt mit fröhlichem Vogelgezwitscher, prägen die Geräuschkulisse. Der östliche Teil wird ganz bewusst wegen seiner zahlreichen Thermalquellen und des Ortes Furnas aufgesucht. Vor etwa 500.000 Jahren entstand im Westen eine weitere Insel, ebenfalls vulkanischen Ursprungs, die heutzutage den schönsten Teil der Insel ausmacht. Ein in verschiedenen Grüntönen schimmernde Hochebene, unzählige Kraterseen mit tiefblauen Wasser und schwarze Lavasandstrände prägen das unverwechselbare Landschaftsbild. Das Bindeglied zwischen dem östlichen und westlichen Teil besteht aus über 60 sich aneinanderreihende Vulkankegeln. Im Verhältnis zum Rest der Insel ist diese Region relativ flach und daher auch dicht besiedelt.

Sao Miguel ist die bevölkerungsreichste und größte Insel der Azoren (16 km breit und 66 km lang). Aus diesem Grund stellt sie auch das Eingangstor des Archipels dar. Regionale, nationale und internationale Flüge starten und landen in der Nähe der südwestlich gelegenen Hauptstadt Ponta Delgada. Blicke vom Flugzeug auf den tief blauen Ozean und die Vulkankrater und Kraterseen steigern die Vorfreude ungemein. São Miguel ist in der Tat ein Eldorado für Natur- und Wanderliebhaber. Kilometerlange Wanderwege mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden durchqueren unberührte Landschaften und garantieren atemberaubende Blicke über die Insel und den Ozean. Gut ausgestatte Wanderer haben ein Fernglas dabei: diese können entweder auf einheimische Vogelarten gerichtet werden die in Hülle und Fülle vorkommen, oder auf den offenen Ozean, wo mit etwas Glück eine Walschwanzflosse erspäht werden kann. Nach anstrengenden oder auch gemütlichen Wanderungen sind die von der Insel stammende Orangen und Ananas genau die richtige Erfrischung.

Neben dem Wandern zählen Walbeobachtungen und Unterwasseraktivitäten zu den Hauptbesuchsgründen. Der Golfstrom, der durch die Azoren fließt, bringt eine Menge Plankton und andere nahrhafte Stoffe mit sich, was die Unterwasserbewohner sehr freut. Hier lässt es sich also das ganze Jahr über sehr gut leben. Dies haben sich auch die Wale gemerkt und bevölkern daher die Gewässer des Archipels. In den Weltmeeren wurden bisher 81 bekannte Walarten gezählt; allein 24 Walarten wurden allein schon vor den Küsten der Azoren gesichtet! Zu den Arten gehören beispielsweise Finnwale, Buckelwale, Blauwale, Schwertwale, 16 verschiedene Schnabelwalarten und viele mehr. Ausfahrten in den offenen Atlantik starten vom Hafen Ponta Delgadas, wo sich einige Anbieter niedergelassen haben.

Das Tauchen ist auf den Azoren einmalig und erfordert einen gewissen Grad an Erfahrung. Küstentauchgänge sind besonders aufregend. Vulkanerosionen haben die Küsten geprägt und sie zu einmaligen Unterwasserspielplätzen geformt: Höhlen, Tunnel, Grotten und Bögen sind hier zu finden wie Sand am Meer. Auch das Betauchen der tief im Ozean liegenden Plätze ist ein absolutes Muss bei einem Azorenbesuch. Namenhafte Tauchplätze wie die Princess Alice Bank, die Formigas oder die Dollabarat Bank sind nur per Boot bei guten Wetterbedingungen zu erreichen. Allein diese Tatsache macht sie zu einer aufregenden Herausforderung.

Aus einem einst kleinen und idyllischen Fischerdorf Ponta Delgada hat sich im Laufe der Jahrhunderte eine moderne Stadt entwickelt. Die Kombination aus Fischreichtum, landwirtschaftlichem Wohlstand und einem Hafen machten Ponta Delgada zu einer beliebten Stadt und der größten der Azoren. In den Anfängen wurden hier hauptsächlich Weizen und Mais verschifft. Den auslösenden Boom brachte der Export von Orangen im 19. Jahrhundert, der für Wohlstand sorgte. Kaufleute aus der Fremde ließen sich nieder und hübsche Gebäude, Garten- und Parkanlagen sind entstanden. Das ehemalige dreibogige Stadttor Portas da Cidade, das Wahrzeichen der Stadt, was ursprünglich am Hafen errichtet wurde, steht heute mitten auf einem zentral gelegenen Platz umgeben von Arkaden. Erhabene Herrenhäuser, unzählige Kirchen und kleine süße Fischerhäuser bilden den historischen Stadtkern und strahlen eine überaus charmante Atmosphäre aus. Ein Bummel durch die engen Gässchen ist wie eine Entdeckertour: Überall befinden sich Relikte und es gibt viele Möglichkeiten sich über vergangene Tage zu informieren. Ein perfekter Ort dafür ist das Museu Carlos Machado, das neben geschichtlichen- und kulturgeschichtlichen Abteilungen auch Ausstellungen einheimischer Künstler beherbergt.

Der lebendigere Teil der Stadt erstreckt sich entlang der Bucht und des Hafens, wo auch die Hauptverkehrsader, die Avenida Infante Dom Henrique, verläuft. Moderne Bürogebäude und sogar Hochhäuser sind hier zu finden. Natürlich fehlt auch eine überzeugende Ausgehmeile nicht. Die Promenade ist gesäumt von kleinen gemütlichen Cafés und Restaurants mit Blick über den Hafen und den Atlantik, wo Jung und Alt sich treffen, um einen köstlichen Inselwein zu trinken oder leckere Fischdelikatessen zu genießen. Im Osten der Uferpromenade gibt es einen herrlichen Badebereich, der zum Verweilen einlädt. Für eine willkommene Abwechslung an heißen Tagen sorgt zudem das städtische Schwimmbad, was direkt am Meer liegt. Ponta Delgada ist die einzig „richtige“ Stadt der Azoren, die über große Banken, Apotheken und sonstige geläufige Geschäfte verfügt. Während eines Zwischenstopps kann sich also mit den notwendigen Gegenständen eingedeckt werden, bevor es weiter auf eine der anderen vielversprechenden Azoren Inseln geht.

Ein kleiner Tipp: Wer einen Trip ins Landesinnere plant, findet entlang der Promenade passende Busverbindungen. Für einen Ausflug in das bergige Hinterland empfiehlt sich ein Besuch auf dem Markt am frühen Morgen. Frischer Fisch aus dem Atlantik, Fleisch, Käse, Gemüse und Obst von lokalen Bauern bieten eine optimale Grundlage für ein schmackhaftes Picknick auf den grünen Wiesen São Miguels.

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